Vorbereitende Diagnostik
Für Patienten, bei denen nach Vorstellung in unserer Ambulanz und / oder Auswertung des Schmerz-Fragebogens eine tagesklinische Behandlung indiziert ist, wird vor Therapiebeginn zur Vorbereitung und Einteilung in das entsprechende Behandlungsprogramm eine differenzierte Schmerzdiagnostik mit ausführlicher Anamnese, Schmerzanalayse und gründlicher körperlicher Untersuchung durchgeführt.
In
der Analyse von körperlichen Funktionsstörungen
setzen wir Techniken der manuellen Medizin und Osteopathie ein.
Diagnostische Regionalanästhesieverfahren durch Injektion
kleiner Mengen von Lokalanästhetika u.a. an Gelenke,
Muskeln, Sehnen und Nerven helfen ergänzend bei der
Identifizierung schmerzauslösender Gewebestrukturen.
Ziele der medizinischen Diagnostik sind im wesentlichen
- differenzierte Analyse der strukturellen und funktionellen körperlichen Auslöser der Schmerzsymptomatik
- Bestimmung von verstärkenden und aufrechterhaltenden Faktoren der Schmerzerkrankung
- standardisierte Beurteilung der Schmerzchronifizierung und der Erkrankungsschwere
- Erfassung von wesentlichen medizinischen Begleiterkrankungen
- differentielle Indikationsstellung für eines der Behandlungsprogramme
Therapie
Die medizinische Behandlung dient zunächst der Schmerzlinderung und unterstützt die durch das multimodale Therapieprogramm angestrebte Funktionsverbesserung. Sie erfolgt in regelmäßigen Einzeltherapien (1 bis 2 mal wöchentlich) und umfasst in Abhängigkeit vom Krankheitsbild alle modernen Verfahren der Schmerzmedizin. Veränderungen im Krankheitsbild und akut verstärkte Beschwerden erfordern gegebenenfalls ein unmittelbares therapeutisches Eingreifen.
Wesentliche Therapieverfahren sind u.a.
- problemzentrierte therapeutische Gespräche
- Medikamentenmanagement
- therapeutische Regionalanästhesieverfahren
- Akupunktur
- Techniken der Manuellen Medizin und Osteopathie
- Leitung und Koordination der Behandlung
Zur Beurteilung des Therapiefortschrittes erfolgt eine regelmäßige Überprüfung des körperlichen Befundes. Soweit erforderlich können ergänzende diagnostische Maßnahmen zeitnah veranlasst und das Therapieprogramm individuell modifiziert werden.
Der Patient sowie der zuweisende Arzt erhalten zum Ende der tagesklinischen Therapie detaillierte Empfehlungen für die weitere Behandlung. Ambulante Nachfolgetermine dienen der Sicherung eines langfristigen Behandlungserfolges. In diesem Rahmen wird auch eine wissenschaftliche Evaluation der Therapieergebnisse durchgeführt.
Patienteninformation
Nur informierte Patienten können motiviert und aktiv am Therapieprogramm mitwirken. Während der tagesklinischen Behandlung erhalten sie daher umfangreiche Informationen über ihre Schmerzerkrankung sowie über den Aufbau und die Zielsetzung der Behandlungsprogramme. Durch die Vermittlung von adäquaten Schmerzmodellen werden unrealistische schmerzbezogene Ängste abgebaut. Es entwickelt sich Veränderungsmotivation und eine erhöhte Handlungskompetenz im Umgang mit den Beschwerden.
Wesentliche Inhalte der Patienteninformation sind
- Unterschiede von akutem und chronischem Schmerz
- Funktion des schmerzverarbeitenden Nervensystems
- Aufbau und Biomechanik der Wirbelsäule
- Funktionsweise des vegetativen Nervensystems
- Grundlagen der medikamentösen Behandlung
- Aufbau und Zielsetzung der einzelnen Therapiebausteine




